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  • : Man denkt, man versteht die Welt nicht mehr, wenn man sich heute die Gesellschaft, die Politik, das Arbeitsumfeld und vieles mehr betrachtet. Sind wir alle der Spielball von Politikern, Unternehmern, Institutionen? Über diese und andere Gegebenheiten unserer Tage wird hier berichtet. Wir möchten Interessierte einladen, uns bei unseren Gedanken über die Politik, Meinungsmache, Korruption uvm. zu begleiten.
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31. Januar 2014 5 31 /01 /Januar /2014 16:07

Meine langjährige Freundin, mit der ich in sehr intensivem Austausch stehe, hat mir kürzlich ihre Stellungnahme oder Meinung zu diesem ganzen Gerangel um den Mindestlohn in Deutschland geschickt. Für mich ist das ganze ein Affentheater, denn was bei den Koalitionsverhandlungen als Mindestlohn verhandelt wurde, war von Anfang an absolut unsinnig.

Die Zahlungsmoral der Unternehmen, was die Löhne angeht, ist in den letzten Jahren derart entartet, daß sie mit allen Mitteln gegen die kleinste Lohnerhöhung angehen.
Sie spannen ihre Lobbyorganisationen ein, erstellen Studien zur Gefährlichkeit des flächendeckenden Mindestlohns, lassen die Wirtschaftsweisen für sich sprechen.
Selbst soziale Organisationen wie die Caritas lassen sich anstecken.
 

 

Was ist da noch sozial, wenn man für die Pflege von alten und kranken Menschen Betreuungspersonal einsetzt, dessen Entlohnung an oder unter dem Existenzminimum liegt?
 

 

Das ganze ist reine Augenwischerei und die Medien fahren voll darauf ab. Springen auf den Zug auf, wo immer es geht. Es ist ein Hirngespinst, daß wir mit höheren Löhnen in Deutschland nicht mehr gegen die Konkurrenz in Fernost und vermehrt auch in Afrika, ankommen.
Was ist das für eine perfide Argumentation, uns mit den ärmsten Nationen der Erde zu vergleichen und in Konkurrenz zu bringen?
Denn unsere Industrie ist es doch, die in diesen Billigstlohn- Ländern produziert - oder produzieren läßt. Und dann all diese Güter mit einem unsinnigen Ressourcenverbrauch, aber dennoch mit wahnsinnigen Gewinnen, über die ganze Welt schippert.

Und dieses ausspielen der Arbeitskräfte aus Fernost und Afrika mit denen in Deutschland, dient ebenfalls nur dieser unermeßlichen Gier nach Gewinnen.

Daß die Wirtschaft den Menschen in Indien, China, Bangladesch... Wohlstand bringt, ist genau so unwahr wie die Behauptung, daß der Mindestlohn in Deutschland Arbeitsplätze kostet.
Denn die kostet er nur, wenn unsere Industrie dann noch mehr in diese Armutsländer auslagert. Und das ist nichts anderes als Erpressung.

Wenn der Binnenmarkt in Deutschland angekurbelt und auch die Löhne ansteigen würden, bräuchte man diesen ganzen Importwahnsinn gar nicht.
 
Es geht also nur darum, daß die Industrie- und Wirtschaftsunternehmen diesen einmal gefestigten historischen Tiefstand bei den Löhnen und somit den gigantischen Reibach, den sie damit machen, unter keinen Umständen mehr aufgeben wollen.

Hier nun die Meinung meiner Freundin Angelika:

Die Sache mit dem Mindestlohn und die Experten-Warnungen vor selbigem lassen sich nahtlos in andere politische Vorgänge einreihen. Man denke an den Energiewandel:
Warnung, wird zu teuer! Richtig, der Wandel wird zu teuer, aber nur weil der kleine Endverbraucher mittlerweile die Stromrechnung für die halbe Wirtschaft und die reichen Säcke, die in Solarpaneele investiert haben, mitzahlen muss. Wie verrückt muss man denn sein, um eine Stromeinspeisepauschale auf Jahrzehnte in die Zukunft festzulegen? Unsere Politiker sind doch sonst so vorsichtig, dass sich kaum was bewegt – aber in diesem Fall müssen sie es ja auch nicht zahlen, sondern der Stromkunde am Ende der Leitung. Der keine andere Wahl hat.

 

 

Gewarnt wird bei jedem Streik um ein paar Prozent mehr Lohn, weil dies jedesmal Arbeitsplätze kostet.


Gewarnt wird vor einem Nachtflugverbot an Flughäfen – könnte Arbeitsplätze kosten.

Gewarnt wird beim Mindestlohn – könnte Arbeitsplätze kosten.


Warnung vor anständiger Bezahlung im Alten- und Krankenpflegebereich – es könnte unbezahlbar werden.


Gewarnt wird vor Wirtschafts-/Armutsflüchtlingen – sie rauben das “Sozialsystem” aus.


Warnung vor zu langer Lernzeit in Schule und Studium – wir werden weltweit abgehängt und können nicht mehr mithalten.


Gewarnt wird vor Sicherheitssystem im Auto – ABS, EPS usw. – der Fahrer könnte sich darauf verlassen und seine Fahrweise nicht mehr den Gegebenheiten anpassen..... ja, nicht zu vergessen, 


die Warnung vor einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen – auch das kostet Arbeitsplätze und lähmt die Autoindustrie.

Usw. usf.


Mir geht dieser ganze Mist so unsäglich auf den Senkel, ich kann es kaum in Worte fassen. Für mich steht fest, das ein Großteil dieser “Warnungen” nur dazu dient, einen dringenden Fortschritt oder Veränderung zu verhindern, weil Wirtschaftszweige dann nicht mehr im gewohnten Maße verdienen können. Alle Neuerungen bedeuten Wandel und anscheinend versucht man einen Stillstand zu erreichen. Und natürlich, um Himmels Willen, keine Verbesserung für den letzten in der Nahrungskette – uns.

Es gibt in Sachen Mindestlohn und in vielen anderen Dingen sehr positive Beispiele aus unseren Nachbarländern – aber die will man nicht sehen. Aus irgendwelchen Gründen sind diese Beispiele auf unser Land nie anwendbar. Wir orientieren uns am großen Bruder jenseits des Atlantiks. “Damit sind wir immer gut gefahren und damit Basta”.
Ich weiß nur wirklich nicht, wer diese amerikanischen Zustände wirklich haben will. Auch da kann es sich nur um die ganz großen Konzerne handeln. Mit Grausen sehe ich diesem Handelsabkommen entgegen.

(Denn das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg der Globalisierung. Des grenzenlosen weltweiten Handels.
Der hemmungslosen Abzocke.


Das Handelsabkommen zwischen den USA und der EU wird uns immer ungesündere Lebensmittel bringen, Monsanto wird noch mehr Kühlschränke in Deutschland bestücken, als heute schon.
Der vollständigen Kontrolle, Übernahme und Vermarktung der deutschen Wasserindustrie durch  kommerzielle Unternehmen wird Tür und Tor geöffnet. Die Wasserpreise werden gewaltig ansteigen.

Und auch das Lohnniveau der Deutschen gerät noch mehr unter Druck.)

Ein Kreislauf ohne Ende. Oder mit einem sehr bitteren. Dessen Ausmaß man heute nur schwerlich erahnen kann.

 

(Ein Dank an Angelika, daß ich ihren Text verwenden durfte)

 

U. Eden

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Falsches Spiel mit tunesischen Pflegeschülern

 

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Weisheiten

„Die Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich hingenommen."


Arthur Schopenhauer

Ein Kreuz für die Demokratie

"Heißa, es ist Wahltag." wird die Zeitung fürs Fußvolk der Demokratie wohl einen Tag vorher in ihrer bundesweit kostenlosen Ausgabe als Aufmacher liefern.
Und die Mutti der Nation wird uns auf ihre gewohnt zurück haltende Art auf Seite 1 entgegen lächeln.
Das mag der Deutsche!
Denn was nützt ein Strahlemann von Bundeskanzler, der sein Volk verrät und sich dann an die Oligarchen verdingt?
Da ist einem eine Frau, ein Mensch wie du und ich, schon lieber. Zudem eine Frau mit Durchblick, die weiß, was am besten fürs Deutsche Volk ist. Die sich nicht beirren läßt, wenn es um den Deutschen Aufschwung geht und sich auch nicht davor scheut, Tacheles zu reden, wenn es um den Preis für blühende Märkte geht.
Ja, die Deutschen lieben diese Frau, die sich aus der Uckermark aufmachte, um im Westen dem Wohle des Deutschen Volkes zu dienen. Und für blühende Landschaften zu sorgen.
Und das tolle, diese blühenden Landschaften wird es bald Europa- weit geben: Mutti hat es sich auf die Fahnen geschrieben, ihre Werte nicht für sich zu behalten, einem einzigen Land zu vermitteln.
Denn Deutschland ist jetzt Europa und Europa Deutschland. Und wer eine Währung hat, hat auch eine gemeinsame Wirtschafts- und Geldpolitik!
Hat Verantwortung für alle im Verbund.
Und auch für diese ethischen Maßstäbe lieben wir sie.
Wer böse war und immer über seine Verhältnisse gelebt hat,, muß dann auch mal sparen.
Aber die jungen Menschen in diesen Ländern verstehen sicher, daß ihre Zukunftsperspektiven momentan gerade mal nicht so gut sind.

Denn am Ende warten ja die blühenden Landschaften.

 

 Man wird unschwer meinen Zynismus aus diesen Zeile heraus gehört haben. Zumindest der Leser, der  etwas kritischer durchs Leben geht, als die Allgemeinheit. Der eher hellhörig als hörig die ganzen Ereignisse dieser Tage in Politik  und Wirtschaft betrachtet.
Denn das Märchen von Mutti, das sicher durch ihren Vergleich mit der schwäbischen Hausfrau im Jahre 2008 entstanden ist zeigt, daß oft gesagtes irgendwann zur Realität für die Menschen wird.
Und mir kommt es vor, als wenn das in Deutschland recht fix geht. Denn wie kann es angehen, daß diese Frau von den Deutschen völlig außerhalb ihre Wirkungsraumes und abgetrennt von der Partei und deren agieren, wahrgenommen wird?
Einige werden die Antwort kennen.
Wer nicht, sollte sich einmal meine Gedanken zu den Wahlen im Folgenden durch lesen.

 

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